Die Arbeitsgemeinschaft der Schaustellervereine in NRW

hatte am 02.02.2012 zur 5. Veranstalter-Referenten-Tagung nach Bochum in die Jahrhunderthalle eingeladen. Wie bereits in den letzten Jahren, war auch diese Veranstaltung ein großer Erfolg. Mehr als 100  interessierte Besucher zählte diese Tagung.

Das Thema ” Sicherheitskonzept “

welches nun im Jahr 2011 bei allen Gr0ßveranstaltungenfür Diskussionen sorgte, obwohl alle diese Veranstaltungen zum Teil schon seit Jahrzehnten durchgeführt werden, lies hier den Schulterschluß von Karnevalsverbänden, Schützenorganisation und sogar die Kirche entstehen.Selbst Kirchenprozessionen sollten eine neue Gefahreneinstufung mit neuen Sicherheitsauflagen erfahren. Die Verbandsvertreter und die angereisten Veranstalter waren nicht nur zu diesem Thema in einer gut geführten, lebhaften Diskussion.

Auf der Tagesordnung standen noch weitere Punkte,

wie die Kostenentwicklung der Strompreise, die Erhöhung von Standgeldern sowie die Entwicklung das Recht der Gema, ( Die Gema erhebt Gebühren für das abspielen von Musik in der Öffentlichkeit ) ihre Berechnung für die Musikgebühr auf Weihnachtsmärkten nach der Größe der Fläche zu berechnen. Unabhängig von der Besucherzahl oder der Anzahl der Buden auf dem Weihnachtsmarkt. Auch spielt keine Rolle ob die Musik von einem Top Künstler kommt oder ein Schulchor singt, die Berechnungsgrundlage bleibt hier die selbe. Dieser Punkt hatte natürlich einen erhöhten Diskussionsbedarf, wobei sich alle anwesenden einig waren, und diesbezüglich versuchen, mit der Unterstützung des DSB hier für alle Seiten ein akzeptables Ergebnis zu erreichen, möglicherweise auch durch den Gang zum europäischen Gerichtshof.

Ein weiterer interessanter Vortrag war,

das die Anerkennung deutscher Volksfeste als Kulturgut bei der UNESCO, von allen Politikern im Bundestag unterstützt werde. Hier muß nur noch die nötige Ratifizierung herbei geführt werden. Diese Anerkennung hätte zur Folge, das ein Volksfest zur weiteren Durchführung auf Jahre gesichert wäre. Städte und Gemeinden wären dazu verpflichtet den Schutz Ihrer Veranstaltungen zu gewähren. Das wäre ein riesiger Schritt der den Schutz der Schausteller für Ihre Berufsausübung hätte. Das Vorantreiben zu dieser Anerkennung ist dem DSB, mit seinem Präsident Albert Ritter, zu verdanken.

Das Thema Sicherheit auf Volksfesten

nahm ebenfalls einen größeren Anteil der Zeit zur Diskussion in Anspruch. Hierzu ist zunächst etwas grundsätzliches zu sagen : Es ist keine Kirmes auch nur ansatzweise mit der Loveparade, wie sie in Duisburg 2010 stattfand, vergleichbar.

Der blose Aktionismus,

wie er kurz nach der Tragödie betrieben wurde, angefeuert durch das Innenministerium NRW, führte dazu, das jeder Veranstalter mit neuen und immer unterschiedlichen Ideen bei der Beurteilung, die für das Sicherheitskonzept einer Kirmes nötig sind, einbezogen werden müssen. Jedoch ist die von Stadt zu Stadt, unterschiedliche Gefahrenbeurteilung, der für für die Sicherheit zuständigen Einrichtungen und Behörden, insbesondere Feuerwehr und Polizei, zur Zeit stark unterschiedlich. hier wird von jedem Beteiligten nach eigener Einschätzung verfahren, ganz ohne auf eine Gesetzesbegründung basierend, oder mindestens einem Erlass zur Folge.

Ein Erlass für ein Sicherheitskonzept zur Durchführung von öffentlichen Großveranstaltungen, das sind alle Veranstaltungen die zu einer bestimmten Zeit 5000 und mehr Personenaufkommen haben, soll es allerdings noch im Jahr 2012 aus dem Düsseldorfer Innenministerium geben.

Dies lässt hoffen, das die Verfahrensweise bei der Beurteilung der Gefahrenpunkte  ein einheitliches Beurteilungsschema haben. Und damit für jeden Veranstalter ein Arbeitspapier zur Verfügung steht, das nunmehr abgearbeitet werden kann, was damit nur förderlich für jede Großveranstaltung sein wird.

Wie in städtischen Veranstalter kreisen bekannt ist,

sind andere Bundesländer was die Gefahreneinstufung von Kirmesveranstaltungen betrifft,frei von einfachen Aktionismus. Sicherheit ist wichtig in allen Belangen, aber es muß auch mit der richtigen Sorgfalt vorgegangen werden.

Es ist Unsinn, wie z.B. auch gefordert war, eine Kirmes mit einem Schützenfest muß einen Hubschrauberlandeplatz für Notfälle einrichten. Solche Anforderungen stehen in keinem Verhältnis.

Hätten die Verantwortlichen zur Durchführung der Loveparade mit gesundem Menschenverstand geschaut, wäre den Menschen diese Tragödie erspart geblieben. Warten wir es ab was uns im Jahr 2012 noch alles widerfahren wird.

Mein Fazit ist,

Schausteller und Veranstalter haben gemeinsam noch viel zu tun. Der Fortbestand von vielen Kirmesen hängt von vielen Faktoren ab, das sind als erstes die Kosten für die Schausteller für jede einzelne Veranstaltung. Wie wird diese Veranstaltung beworben, wie ist das Besucheraufkommen und viele weitere Gründe sind enorm wichtig für die Schausteller und die Veranstalter gleichermaßen für den Erhalt Ihrer Kirmes. Vieles lässt sich nur gemeinsam umsetzen, da müssen Politik, Veranstalter und Schausteller am gleichen Strang ziehen. Auch eine Rechtssicherheit zur Durchführung von Kirmesen wie sie es auch bei Wochenmärkten gibt, ist längst überfällig.

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