Schausteller müssen lernen und aufklären

Die rund 5000 Schaustellerbetriebe in Deutschland sind fast alle reine Familienbetriebe.Wer den Beruf Schausteller ausübt sollte nicht nur darauf aus sein, nur irgend einen Beruf auszuüben,sondern sich auch bewußt sein, das dieses nicht nur ein Beruf ist, sondern man könnte sagen das es eine Berufung ist, dieser Beruf wird gelebt. Das ist natürlich schwer zu verstehen für außenstehende, das wird wohl auch mit ein Hinderungsgrund sein, das es nur wenige Quereinsteiger gibt.

Schausteller haben eine lange Tradition

in 98% der Familien, ergreifen die Kinder auch den Schaustellerberuf. Deshalb ist die Bildung der Schaustellerjugend ein Schwerpunktthema des DSB. Große Fortschritte sind dabei in den letzten 6 Jahren bei der Schulbildung gemacht worden. Durch die Möglichkeit der Schule auf Reisen, kann jedes Schaustellerkind den selben Schulabschluß machen, wie jedes andere Kind auch.

Wer nach der Schule

den Schaustellerberuf ausüben will, ist aber noch nicht fertig mit dem Lernen. Zwar ist der Beruf Schausteller kein Ausbildungsberuf, aber es gibt mitlerweile eine Reihe von Ausbildunglehrgängen die auch im Schaustellerberuf mitzumachen sind. Allerdings wird seit mehreren Jahren geprüft, in wie weit  ein Ausbildungsberuf für Schausteller angeboten werden kann. Hier ist der DSB sehr aktiv mit den zuständigen staatlichen Behörden, wie kürzlich während dem Delegiertentag der Schausteller in Vechta über den Stand diesbezüglich berichtet wurde, kann es in wenigen Jahren ein Ausbildungsangebot geben.

Wer heute ein Fahrgeschäft betreiben will

wird aufgefordert, an den Betreiberlehrgängen für Fahrgeschäfte teilzunehmen. Schon aus rein versicherungstechnischen Gründen ist hier die Teilnahme erforderlich. Ausgearbeitet wurden diese Lehrgänge von der Berufsgenossenschaft, dem TÜV und den Schaustellerverbänden.

Die Vorschriften für den Verkauf von Lebensmitteln

nehmen immer mehr zu. Die meisten Vorschriften kommen mittlerweile aus Brüssel, von der EU. Auch in diesem Bereich ist es so, das man oft über Sinn oder Unsinn streiten kann, Fakt jedoch ist, wir müssen uns auch an Unsinn halten, wenn er durch EU Gesetz verlangt wird. Allein die Leitlinie für Lebensmittelhygienepraxis in ortsverändrlichen Betriebsstätten bedarf großer Aufmerksamkeit. Diese Lektüre umfasst 97 Seiten der Lebensmittelhygiene.

Damit auch alle Vorschriften eingehalten werden

werden alle Betriebe die Lebensmittel verkaufen, vom Veterinäramt geprüft. Ein Gastronomiebetrieb der fest an einem Ort ist, erhält eventuell alle 2 Jahre die Prüfung vom Veterinär. Schaustellerbetriebe werden aber sehr viel öfter kontrolliert. Das liegt natürlich an den ständig wechselnden Orten, so kann es sein, das ein Schaustellerbetrieb auch mal 3 Wochen hintereinander geprüft wird. Was ja auch gut ist, denn Kontrollen sind wichtig, aber eben in jedem Lebensmittelbetrieb.

Immer häufiger wird auf Volksfesten

auch von nicht Schaustellern im Lebensmittelbereich gearbeitet. Das sind ortsansässige Metzger, Bäcker oder Gastronome oder aber oft auch örtliche Vereine. Grundsätzlich sei hier auch nichts einzuwenden. Allerdings ist die Regel so, das kaum einer dieser Betreiber in der Lage ist, seinen Lebensmittelverkaufsstand mit den gesetzlichen Vorlagen zu betreiben. Hier setzt nun die Ungleichbehandlung ein, wo Schaustellerbetriebe mit großem finanziellen Aufwand, sowie bürokratischem Dokumentationszwang ,durch ständige Kontrollen zur peniblen Einhaltung der Gesetzte gezwungen sind, werden die Gelegenheitsbetreiber von Gastronomiebetrieben auf Volksfesten bestenfalls mal ermahnt, jedoch meistens gar nicht erst kontrolliert.

Grundsätzlich sind Schausteller

nicht gegen diese Gelegenheitsbetreiber, Schausteller sind auch nicht gegen Kontrollen durch die Lebensmittelkontrolleure, aber wenn nur eine Partei zur Einhaltung aller Gesetze kontrolliert wird, aber bei Berichterstattung in den Medien über Verstöße und Verunreinigung berichtet wird, und dann in diesem Bericht der Eindruck vermittelt wird, das auf der Kirmes Verstöße in der Lebensmittelhygiene geahndet worden sind, stellt dann die Schausteller allein in den Generalverdacht.

Beispiele dazu gibt es ja

Auf einem Weihnachtsmarkt im Jahr 2011 ist ein Imbissverkaufsstand abgebrannt und es gab Verletzte, das kann z.B. darauf zurückgeführt werden, das dieser Betreiber, der kein Schausteller war, nicht sachgemäß mit der Gasanlage umgegangen ist. Schausteller machen mittlerweile, als präventiv Maßnahme, einen Lehrgang zum sachgemäßen Umgang mit Gasanlagen in Verkaufsständen. Diese werden von der Berufsgenossenschaft durchgeführt. Wenn alle Teilnehmer bei einem Volksfest unter den selben Bedingungen arbeiten würden, würden wohl die meisten Gelegenheitsbetreiber nicht mehr daran teilnehmen. Das würde auch oft zur Qualitätsverbesserung auf dem ein oder anderen Volksfest beitragen. Das soll nicht heißen, das alle Gelegenheitsbetreiber ihren Betrieb einstellen sollen, es gibt auch viele von Ihnen die gut und professionell arbeiten, und auch wichtig sind für den erfolg eines Volksfestes, lediglich die Bedingungen sollen alle gleich einhalten.

 

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